SWOT-Analyse durchführen für einen Businessplan – so funktioniert es 100 %ig!

Die SWOT-Analyse ist ein Bestandteil des Businessplan und sogar eines der wichtigsten Faktoren, denn sie gibt Auskunft für die Stärken und Schwächen einer bevorstehenden Gründung. Der Geschäftsführer, die Investoren oder anderweitig beteiligte Personen können darüber in Erfahrung bringen, welche Chancen bestehen und welches Risiko bestehen könnte. Das Ziel der einer SWOT-Analyse ist es, dass die größten Risiken minimiert oder sogar ausgemerzt werden können.

Was ist die SWOT-Analyse?

Wenn du für die Gründung deines Unternehmens jeden Punkt abgearbeitet hast für den Businessplan, dann musst du eine Zusammenfassung daraus erstellen – dies ist die SWOT-Analyse. Hierauf wird auch geachtet, denn die Kapitalgeber erwarten diese Zusammenfassung. Du kannst davon ausgehen, dass diese auch sehr kritisch gelesen wird.

Der Begriff SWOT entstammt der Abkürzung für die englischen Begriffe Strengths (Stärken), Weaknesses (Schwächen), Opportunities (Chancen/Möglichkeiten), Threats (Risiken). Diese sogenannte Executive Summary ist dabei ein Bestandteil, welcher sich seit über 50 Jahren in den Businessplänen befindet.

Die SWOT-Analyse verlangt sorgfältige Überlegungen
Die SWOT-Analyse verlangt sorgfältige Überlegungen

Woraus besteht eine SWOT-Analyse?

Eine SWOT-Analyse durchführen ist immer hilfreich, ganz gleich, ob es sich um ein großes Unternehmen handeln wird oder um ein Startup. Als Gründer kannst du daraus nämlich lesen, wie konkurrenzfähig du mit deinem Unternehmen bist. Daraus lassen sich außerdem USPs, Wettbewerbsvorteile und Ressourcen generieren.

Umfeldanalyse 

Durch die Umfeldanalyse (einschließlich einer Analyse der Wettbewerber) beginnt die SWOT-Analyse. Diese Fragen sollten gestellt werden:

  • Welche Trends, Gesetze oder Verordnungen spielen dem Unternehmen in die Karten?
  • Gibt es politische oder wirtschaftliche Szenarien, welche für das Unternehmen von Vorteil wären?
  • Gibt es einen Wettbewerber, welcher auf irgendeiner Art und Weise gefährlich werden könnte?

Stärken-Schwächen-Analyse

Nun geht es darum, dass du eine Stärken-Schwäche-Analyse anfertigst. Es gibt diverse externe Entwicklungen, wie zum Beispiel in Hinsicht auf Wettbewerb, Kundenverhalten und anderen diversen Faktoren. Die Frage, die sich in diesem Zusammenhang stellt, ist ob das Unternehmen für jede Entwicklung gerüstet ist. Eine genaue Marktanalyse ist hierbei elementar. 

Eine wesentliche Stärke ist zum Beispiel, wenn du über eine große Expertise und über ein breitgefächertes Netzwerk bezüglich deines Produktes verfügst. Das bedeutet nämlich, dass du bevorstehende Trends wesentlich früher erkennst. Eine Schwäche wäre dagegen, wenn du darüber nicht verfügst und dein Wettbewerb aber schon.

Wodurch entstehen Risiken und Chancen?

Wenn du eine Analyse bezüglich der Stärken und Schwächen sowie aber auch des Umfeldes durchgeführt hast, dann ergibt sich daraus eine Grundlage, um Chancen und Risiken hierdurch abzuleiten. Diese können zugleich auch den externen Trends gegenübergestellt werden.

Sollte ein externer Trend auf eine Stärke zutreffen, dann könnte sich daraus eine Chance ergeben, wovon dann auch finanziell profitiert werden kann. Ein Risiko könnte sich ergeben, wenn sich ein Risiko stellt und diesem nichts entgegengestellt werden kann. 

Es gibt aber auch Chancen und Risiken, die sich zugleich ergeben können. Beim Einzelhandel ist dies der E-Commerce. Ein Unternehmer kann das als Risiko und Chance gleichermaßen sehen. Zu einem kann er überlegen, ob er ein Online Business aufbauen möchte und damit das Unternehmen evtl. rettet und zum anderen könnte es ihm Verluste bescheren. Es kommt ganz auf die Entscheidung des Unternehmers an. Zu beachten gilt aber, dass aus einem Risiko schnell eine Krise entstehen kann.

Der Grund, weshalb viele auf die Kompetenz eines Unternehmensberaters setzen, ist genau dieser. Ein Berater kann die richtigen Strategien erarbeiten und daraus einen Plan entwickeln. Wenn du als Unternehmer diese Leistung in Anspruch nehmen solltest, dann musst du aber auch offen sein für die neuen Ideen. 

Ideen sind der Treibstoff für die Wege des Unternehmers
Ideen sind der Treibstoff für die Wege des Unternehmers

SWOT-Analyse durchführen in 4 Schritten

Eine SWOT-Analyse lässt sich in vier einfachen Schritten durchführen, wobei es aber auch andere Vorgehensweisen gibt. Jede davon ist richtig, sofern am Ende die Informationen übermittelt werden, welche für Kapitalgeber und Unternehmer von Bedeutung sind.

  1. Schritt: Branche, Kunden, Konkurrenten und Trends analysieren
  2. Schritt: Stärken und Schwächen identifizieren
  3. Schritt: Chancen und Risiken ermitteln
  4. Schritt: Strategien / Maßnahmen entwickeln

Welche Fehler sollten vermieden werden?

Die SWOT-Analyse ist ein wichtiger Baustein, worauf auch die langfristige Entwicklung des Unternehmens beruht. In der Praxis werden bei der SWOT-Analyse auch Fehler begangen, welche zuerst gar nicht auffallen. Das ist selbstverständlich auch bedrohlich für den Erfolg der Unternehmung.

Zumeist wird es mit der SWOT-Analyse zu gut gemeint, die ist dann teilweise zu umfangreich, wodurch sie unübersichtlich und damit auch kompliziert wird. Bankberater oder andere Kapitalgeber sind dann eher abgeneigt. Zudem kann es vielleicht nicht jeder potenzielle Mitinhaber lesen, wodurch es vielleicht sogar noch zu Missverständnissen kommt.

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass du darauf achten solltest, dass die Zusammenfassung auch zu einem klaren Ergebnis kommt. Es ist sehr problematisch, wenn die Analyse zu einem unklaren Ergebnis kommt. Du weißt als Gründer dann selbst nicht mehr, zu welchen Erkenntnissen du gekommen bist.

Zudem sollte überlegt werden, ob nicht vielleicht ein Berater für diese Tätigkeit hinzugezogen werden sollte. Es kommt tatsächlich sehr häufig vor, dass die Stärken und Schwächen teilweise nicht ehrlich dargelegt werden. Dadurch kann es gleich gespart werden, eine SWOT-Analyse durchzuführen. Das Ergebnis wird dadurch beeinträchtigt.

Ein weiteres Problem ist, dass Chancen und Risiken unter Umständen gar nicht erkannt werden. Das ist oftmals der Fall, wenn es sich um ein älteres Geschäftsmodell handelt. Der Inhaber zeigt sich dann meistens sehr ablehnend gegenüber den neuen Möglichkeiten und nimmt dadurch zum Beispiel den E-Commerce gar nicht als Gefahr wahr.

Auch wichtig ist, dass eine Unternehmung eine klare Marketingstrategie durch die SWOT Analyse entwickelt, eine weiterführende Erklärung dazu findest Du hier: https://mission-wachstum.de/marketingstrategie-erstellen-in-10-schritten/

 

E-Commerce als Chance
E-Commerce als Chance

Wofür kann eine SWOT-Analyse sich auch eignen?

Eine SWOT-Analyse eignet sich nicht nur für eine Finanzierung, sondern auch für jeden anderen Teil einer unternehmerischen Tätigkeit. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn ein neues Produkt oder eine neue Dienstleistung auf den Markt realisiert werden soll. Dadurch können die Marktchancen abgeschätzt oder überprüft werden. Hierbei kann man dann auch die Möglichkeiten bei Bestandskunden sowie die Neukundenakquise betrachten.

Dasselbe auch, wenn ein neuer Standort eröffnet werden soll. Wenn sich die Frage stellt zwischen zwei Standorten, dann kann durch die SWOT-Analyse ausgelesen werden, welcher der beiden Standorte sich eher eignet. Häufig angewendet wird dies beim Franchising-Konzept.

Wenn du einen Einzelhandel führst, dann kannst du über eine SWOT-Analyse auch ermitteln, ob das Produkt denn überhaupt gekauft werden würde. Ein Autohandel könnte damit ermitteln, ob sich ein Service für eine Aufbereitung noch eignen würde oder ob es eben zu viel und stärkere Konkurrenz in der Umgebung gibt.

Fazit: Die SWOT-Analyse benötigt jeder

Die SWOT-Analyse ist eine Grundlage, die sich in jedem Businessplan finden sollte. Es geht darum, dass es zu einer neutralen Einschätzung kommt, worüber dann auch Kapitalgeber oder akquiriert werden können. Aus unternehmerischer Sicht ist es außerdem wichtig, damit neue Leistungen oder Produkte auch zielführend veräußert werden können.

Über Raimund Hahn

Raimund Hahn ist Diplom-Informatiker und hat an der Hochschule RheinMain, allgemeine Informatik studiert. Nach dem Studium war er 16 Jahre in der Softwarebranche tätig und hat während dieser Zeit seine ersten Unternehmen gegründet. Sein analytisches Vorgehen beim Beurteilen von Projekten und sein profundes Wissen im Aufbau und der Analyse komplexer Strukturen wissen Unternehmer sehr zu schätzen. Raimund Hahn gründete viele Unternehmen in unterschiedlichen Branchen, die er zum Teil auch selbst geleitet oder beraten hat. Bis heute wurden von ihm mehr als 100 Publikationen im Bereich ITK veröffentlicht.